

Wieso? Weshalb? Darum!
Die Kinder gewöhnen sich von klein auf an eine Lernumgebung, die auf der Grundlage der Montessori-Pädagogik auf ihre Entwicklung abgestimmt ist. Sie lernen das entsprechende Material kennen und üben das selbstbestimmte Lernen ein. Dies ermöglicht einen einfachen Übergang in die Montessori-Schule, wo die Kinder ähnliche Abläufe antreffen und sich mit neuem, den Jahrgangsstufen angepasstem Material auseinandersetzen.
Reformpädagogik stellt das Kind und seine natürliche Freude am Lernen in den Mittelpunkt. Ziel des Lernens ist der persönliche Lernfortschritt, nicht die Fachnote.
Das seit 100 Jahren bewährte und weiterentwickelte Montessori-Konzept geht davon aus, dass jedes Kind in seinem eigenen Tempo lernen will und dass nicht jedes Kind zum selben Zeitpunkt Interesse an demselben Thema hat. Eltern wie Pädagog*innen vertrauen dem Kind und lassen es Lerninhalte, Materialien und Tempo selbst bestimmen, ohne stets regulierend einzugreifen.
Die Montessori-Pädagog*innen haben die Rolle des individuellen Begleitens, Beobachtens und Förderns und weniger die Rolle des Themen-Vorgebens und Bewertens. Unser Lernangebot findet an vielen Orten und auch außerhalb eines Unterrichtsstunden-Rasters statt.
Das Kind wird in seiner gesamten Persönlichkeit wertgeschätzt. Es lernt, Dinge mit allen Sinnen zu erfassen und in großen Zusammenhängen zu betrachten. Es lernt, planvoll vorzugehen, konzentriert und motiviert zu arbeiten, seinen Platz in einer Gruppe zu finden, Aufgaben zu Ende zu führen und sein Vorgehen abschließend selbst zu bewerten.
Damit unterstützt die Montessori-Pädagogik das Kind, sich zu einem reflektierten, ausgeglichenen und sozial agierenden Menschen zu entwickeln, der sich seiner Stärken bewusst ist und seine Potentiale ausschöpfen kann.
Die Eltern unserer Schüler*innen sollten sich vorab gut über die Montessori-Pädagogik informieren. So erfordern der zeitlich flexible Umgang mit dem staatlichen Lehrplan und der Verzicht auf Noten ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Pädagog*innen. Die gemeinsame Beobachtung der Entwicklung des jungen Menschen und offene Gespräche darüber sind ein wichtiger Baustein der Elternarbeit. Hierzu bieten wir viele Informationsmöglichkeiten und -veranstaltungen. Auch Hospitationen im Freiarbeitsunterricht sind Teil unserer Elternzusammenarbeit.
Die Schule mit ihren vielfältigen Angeboten und die Umsetzung einer personalintensiven Pädagogik verlangt von den Eltern auch die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. Die Unterstützung des pädagogischen Teams bei Projekten, die Übernahme von Verantwortung im Trägerverein oder Elternbeirat sowie die Mitarbeit in Arbeitskreisen sind einige der Möglichkeiten, sich einzubringen und die Schule aktiv mitzugestalten.
Keineswegs. Wir gehen jedoch davon aus, dass Kinder dann am motiviertesten, intensivsten und leichtesten lernen, wenn sie „reif“ sind für ein Unterrichtsthema und ihnen dieses Thema attraktiv präsentiert wird. Der Zeitpunkt, zu dem ein solches „Lernfenster“ für einen bestimmten Stoff geöffnet ist, ist aber bei jedem Kind ein anderer.
Die mehrstündige tägliche Freiarbeit bildet dabei das Kernstück des Montessori-Lernprozesses. In einer von den Lehrkräften vorbereiteten Lernumgebung wählt jede*r Schüler*in einen Unterrichtsstoff und erarbeitet sich diesen allein oder in Partnerarbeit zumeist mit Montessori-Material. Die Lehrkraft begleitet die Auswahl und den Lernprozess, hilft weiter, motiviert, schlägt Neues vor und dokumentiert den Lernfortschritt.
Am Ende haben also alle Kinder den vorgesehenen Stoff gelernt, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in ihrem eigenen Tempo.
Sehr gut sogar! Kinder sind von Natur aus neugierig, wissbegierig und leistungsbereit. Diese Motivation muss man fördern und erhalten. Sie lernen dann aus eigener Motivation, nicht allein für die gute Note. Auch bei uns gibt es Bewertungen – denn auch unsere Schüler*innen wollen wissen, wo sie stehen –, aber in anderer Form als an der Regelschule: mit Materialien, die viele Möglichkeiten zur unmittelbaren Selbstkontrolle bieten, dazu Lernfortschrittsberichte, ausführliche Zeugnisbriefe und Gespräche zwischen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern, in denen Erreichtes beurteilt und neue Lernziele festgelegt werden.
Erst die staatlichen Abschlusszeugnisse enthalten die klassischen Schulnoten.
Die „Große Arbeit“ bezeichnet traditionell den Abschluss und Höhepunkt der Montessori-Schullaufbahn. Im 8. Schuljahr befassen sich die Schüler*innen über mehrere Monate intensiv in Theorie wie Praxis mit einem frei gewählten Thema zum Beispiel aus Bereichen wie Handwerk, Kreation oder Wissenschaft. Am Ende entsteht mit Hilfe eines externen Mentors oder einer Mentorin ein individuelles Werkstück, dessen Entstehungsgeschichte die Schüler*innen überdies ausführlich dokumentiert haben. Vor einer Jury und einem großen Publikum präsentieren sie ihre „Große Arbeit“. Die „Große Arbeit“ ist von sehr hoher Bedeutung, denn die Schüler*innen wachsen hier oft über sich hinaus und beweisen, welche Fähigkeiten sie erworben haben: Eigenverantwortung üben, planvoll vorgehen,
Nach Maria Montessori sollen Kinder Wissen von Anfang an in einem großen kosmischen Zusammenhang erkennen und nicht als Inhalte isolierter Schulfächer. „Kosmos“ bedeutete für Montessori auch das Begreifen der Wechselbeziehungen von Mensch und Natur sowie der Beziehungen der Menschen untereinander. In unserem „Kosmischen Raum“ befinden sich zahlreiche Materialien, die diese Erkenntnisse veranschaulichen helfen.
Besonders in der Primarstufe ist das spezielle Montessori-Material von hoher Bedeutung, denn es lädt zum Be-Greifen ein. Nach Maria Montessori, die einen Großteil der heute noch genutzten Materialien entwickelt hat, spielen die Haptik und Ästhetik der Materialien eine große Rolle. Sie werden eingeteilt in Sinnesmaterial (z.B. Geschmacksfläschchen, Geräuschdosen), Sprachmaterial (z.B. Sandpapierbuchstaben zum Nachfahren), Mathematisches Material (z.B. das „Goldene Perlenmaterial“) und Material zur „Kosmischen Erziehung“. Viele Regelschulen haben den Wert dieser Materialien erkannt und arbeiten ebenfalls damit. Aber auch die klassische Heftarbeit am Schreibtisch oder die zentrale Informationsvermittlung durch die Lehrkräfte („Frontalunterricht“) finden in unserem Unterricht statt – je älter die Schüler*innen werden und je abstrakter sie Zusammenhänge erkennen können, umso mehr.
An unseren pädagogischen Abenden stellen wir interessierten Eltern regelmäßig das Montessori-Material zum praktischen Ausprobieren vor.
Die 7./8. Jahrgangsstufe bezeichnen wir als „Jugendschule“.
In dieser pubertären Entwicklungsphase, in der sich nach Erkenntnissen der Neurowissenschaften die kognitiven Fähigkeiten reorganisieren, benötigen Jugendliche besondere Anreize, um motiviert zu lernen, sich selbst als eigenständige Persönlichkeit wahrzunehmen und ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden.
Daher begegnen wir dieser Phase seit dem Schuljahr 2015/16 mit einem besonderen Konzept, bei welchem der Unterrichtsraum mit externen Lernorten abwechselt. So verbringen die Schülergruppen wechselnd eine Woche auf einem Grundstück in Uttenreuth. Dort können sie ihr theoretisches Wissen und ihre sozialen wie handwerklichen Fähigkeiten in praxisnahen Projekten anwenden. Außerdem findet ein soziales Praktikum statt und die Jugendlichen übernehmen bei „Schüler kochen für Schüler“ Verantwortung für einander.
In unserer Schule beginnen wir den Tag mit einer Begrüßung und der individuellen Strukturierung der geplanten Lerninhalte. Danach beginnt die mehrstündige Freiarbeit, in der sich die Schüler*innen intensiv mit selbst gewähltem Lernstoff und mit Projekten vorwiegend aus dem Bereich Deutsch, Mathematik und Kosmische Erziehung befassen. In der Grundschule besteht der weitere Fachunterricht aus WTG Werken/Textiles Gestalten, Sport und Religion.
Unser Sprachenangebot umfasst als 1. Fremdsprache Englisch und optional als 2. Fremdsprache Spanisch.
In der Sekundarstufe kommt Fachunterricht hinzu in Wirtschaft und Beruf (WuB), Ernährung und Soziales (ES), Wirtschaft und Kommunikation (WiK), Technik (T), Geschichte/Politik/Geografie (GPG) sowie Natur und Technik (NuT).
Das Mittagessen wird in den Ganztagsklassen gemeinsam eingenommen.
Regelmäßige Pausen und das wöchentliche Kletterangebot schaffen einen täglichen Rhythmus aus konzentriertem Arbeiten, Entspannung und Bewegung.
Die Altersmischung ist ein Grundsatz der Montessori-Pädagogik, die davon ausgeht, dass nicht alle Kinder zur selben Zeit das Gleiche lernen wollen oder können.
Jüngere Kinder lernen durch Abschauen von den Älteren und wagen sich oft an Lernmaterialien, die sie interessieren, obwohl diese eigentlich noch nicht für sie im offiziellen Lehrplan stehen. Ältere Schüler*innen erfahren sich als Lehrende und müssen beim Erklären ihr Wissen für die Jüngeren „übersetzen“ – eine wichtige Reorganisations- und Transferübung.
Daher gibt es bei uns, orientiert an den Entwicklungsstufen nach Maria Montessori, folgende Altersmischungen in den Lerngruppen:
Primarstufe
1.–4. Jahrgangsstufe
Sekundarstufe I
5. und 6. Jahrgangsstufe
7. und 8. Jahrgangsstufe
9. und 10. Jahrgangsstufe
Sekundarstufe II (MOS Franken)
keine Altersmischung – 11., 12. und 13. Jahrgangsstufe jeweils getrennt.
Wir können alle staatlich anerkannten Abschlüsse anbieten:
An der Montessori-Schule in Erlangen haben alle Schüler*innen nach der 9. Klasse den Montessori-Abschluss erreicht und können den Mittelschulabschluss, den qualifizierenden Mittelschulabschluss und nach der 10. Klasse den Mittleren Bildungsabschluss (gleichwertig mit Mittlerer Reife) machen. Anschließend können sie nach der 12. Klasse die Fachhochschulreife und nach der 13. Klasse auch das Abitur (Allgemeine Hochschulreife) an der MOS Franken in Nürnberg ablegen.
Das gemeinsame Mittagessen in der Klasse oder in unserer Schulmensa „Monteria“ gehört zu unserem pädagogischen Konzept innerhalb der Ganztagsschule. Ein Caterer liefert uns gesunde und abwechslungsreiche Menüs, die selbstverständlich auch vegetarische Ernährung und Unverträglichkeiten mitberücksichtigen.
Innerhalb der 7./8. Jahrgangsstufe besteht außerdem das Projekt „Schüler kochen für Schüler“, bei dem die Jugendlichen wochenweise verantwortlich für Planung, Einkauf und Zubereitung der Speisen sind.
Nach unserer Erfahrung nicht. Wir haben uns aus mehreren Gründen bewusst dafür entschieden, unsere Lerngruppen auf den gebundenen Ganztagsunterricht umzustellen: Zum einen entspricht dies dem Montessori-Ansatz, wonach eine Schule nicht nur ein Lern-, sondern auch ein Lebensort sein sollte. Der Ganztag bietet uns außerdem die zeitliche Flexibilität für intensive Projekte oder Exkursionen. Wir rhythmisieren den Schultag, indem sich Phasen konzentrierten Lernens, Bewegung, Entspannung, gemeinsames Mittagessen und zahlreiche Freizeitangebote abwechseln.
In der Primarstufe besteht die Wahlmöglichkeit zwischen Halbtagsunterricht und Ganztagsunterricht. In der Sekundarstufe führen wir sämtliche Jahrgänge als Ganztagsklassen.
Da sich das Montessori-Konzept als ganzheitliches Lernkonzept über alle Entwicklungsstufen versteht, wünschen wir unseren Schüler*innen grundsätzlich, dass sie ihre gesamte Schullaufbahn auf dem Montessori-Weg gehen können. Sollte ein Schulwechsel z.B. umzugsbedingt notwendig sein, haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Schüler*innen im Allgemeinen einen Wechsel problemlos meistern.